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Hauskleider
2012

Gesichtslose Wohnblöcke und austauschbare Geschäftshäuser gibt es zuhauf in einer Stadt wie Zürich. Beim näheren Betrachten der Fassadenstrukturen entdeckt man plötzlich die verborgene Schönheit dieser Bauten, sei es der Rhythmus der Fenster, unterbrochen durch halbgeschlossene Storen, Spiegelungen von Nachbargebäuden oder subtilen Farbkombinationen. So entstand die Idee Hausfassaden auf Kleiderstoff zu drucken und daraus Hauskleider im wahrsten Sinne des Wortes zu nähen.

Mythe de Nuit
2012

Suzy Solidor – Mythe de Nuit
Als Nachtclubbesitzerin und Sängerin war Suzy Solidor ein Nachtvogel im wahrsten Sinne des Wortes. Der Titel der Kette , Mythe de Nuit, ist eine Hommage an ihren Lebensstil. Aber da ihr Übername Admiral war, was auch ein Schmetterlingsname ist, spielt der Titel der Kette auch mit dem französischen Wort für Motte, la mite.

Männer umschwirren mich wie Motten um das Licht, doch wenn sie verbrennen, ja dafür kann ich nichts – ein Lied zwar, das Marlene Dietrich gesungen hat, aber gut auch zu Souzy Solidor gepasst hätte.

Dentelles de Cheval
2012

Für diese Kette wurden Pferdezähne in Scheiben geschnitten und mit Epoxy zu spitzenähnlichen Flächen zusammengefügt.
Dentelles verweist einerseits auf das französische Wort für gehäkelte Spitzen, deutet aber ebenfalls auf das Material, den Zahn, der im Französischen la dent heisst.

 

 

 

Fou Lard
2011

Fou Lard [fuːˈlɑːd]
Das französische Wort für Seidenschal ist Foulard. Das Wort setzt sich zusammen aus fou (verrückt) und lard (Speck).

Vor ungefähr 1500 Jahren kam eine chinesische Seidenraupe nach Frankreich um Seide zu produzieren. Im Land der „Bonvivants“ fand sie sich zufälligerweise in einer Metzgerei auf einer schönen Scheibe Speck wieder. Hmm, wie schön weich und schmackhaft, dachte die Vegetarierin überrascht und begann wie wild ihr Kokon zu spinnen.
Der Kokon wurde grösser und grösser und bald weckte es auch die Aufmerksamkeit der Frau des Metzgers, einer sehr eleganten Dame. Dieser Speck sieht aber verrückt aus, dachte sie und schon bemerkte sie den kleinen Wurm, der sich sichtlich wohl fühlte in seinem neuen Paradies. Ich werde den schönsten Seidenschal aus deiner Seide machen, versprach sie und fütterte die Seidenraupe mit den besten Speckstücken, die sie auftreiben konnte. Drei Monate später war sie die stolze Besitzerin des wohl glänzendsten Seidenschals, den sie liebevoll mein „Foulard“ nannte.

Made in Paradise
2011

Während eines dreimonatigen Atelieraufenthaltes im European Ceramic Work Centre in `sHertogenbosch in Holland entstand ein Objekt, das der Made sozusagen ein Denkmal setzt. In einer dreiteiligen Form aus Steingut, deren Äusseres Speck imitiert, bäckt man eine Riesenmade aus Brotteig. Durch die Materialverfremdung und die Grössenverschiebung verflüchtigt sich der Ekel und die Made kann genussvoll verspiesen werden.
An Salzstengeli hingegen klammern sich kleine Maden aus Keramik. Will man das ganze Stengeli verspeisen, kommt man nicht darum herum, die Made mit dem Mund zu berühren. Ist man zu gierig, beisst man sich womöglich einen Zahn daran aus. Sie werden auf einem Speckbrettli aus Steingut serviert..

Made in Switzerland
2009/10

Die Unsicherheit, die das Tragen eines aus Perlmutt geschnitzten Mädlis beim Betrachter auslöst, verstärkt sich zum wohligen Schauer beim Anblick der unzähligen Maden, die sich aufgeknüpft auf Perlseide aneinander kringeln. Das einzelne Mädli wird idealerweise am speckigen Kragen getragen.
Inspiriert durch Franz Hohlers Erzählung Made in Hongkong entwarf ich die Kette Made in Switzerland für eine Ausstellung zum Thema Globalisierung und Migration.

 

Breakfast at Tiffany’s
2009

Die Teller werden von Hand mit Porzellanton zu einer klassischen Tellerform modelliert. Die so erreichte gewollte Unebenheit erinnert an das innere einer Muschel. Das glasierte Weiss des Porzellans evoziert, ähnlich wie die Perle, Reinheit und Unschuld.
Die verschieden grossen Teller lassen sich zu einer Perlenkette mit Verlauf anrichten. Sie stehen für die geladenen Gäste.
Ein weiterer Teller ist aus Messing geschmiedet und vergoldet. Dieser Teller symbolisiert den Verschluss einer Perlenkette. Zu Tisch beansprucht der Gastgeber diesen Teller für sich, hält er doch die Fäden der Runde in der Hand.

 

Bergketten
2008

Berge bauen - Bergkette aus Hörnern
Die massstabsgetreue Abbildung von Landschaft dient seit über 200 Jahren als Mittel, um Landschaft zu verstehen und ist eine schweizerische Spezialität. Landschaften in Kleinformat darzustellen ist eine aufwändige kunsthandwerkliche Arbeit. Entdecken Sie ein Handwerk, bei dem sich Naturwissenschaft und Kunst berühren.
Horn wird das felsige Überbleibsel einer von Gletschern geformten Bergspitze genannt. In der Schweiz gibt es etwa 900 solcher Hörner, zum Beispiel das Schreckhorn. Stellen Sie Ihre eigene Bergkette aus verschiedenen Hörnern der Schweiz zusammen. Sägen Sie deren Umrisse aus Kuhhorn aus.


Dossier "Bergkette"

Schmuck aus den Zähnen von 125 Kaninchen 2005/6

Aus den Zähnen von 125 Kaninchen sind Schmuckstücke entstanden, die einen Trophäencharakter haben.
Das Hauptstück bildet ein Halsschmuck aus ungefähr 2500 Stockzähnen. Die gebogenen Vorderzähne der Kaninchen sind aneinandergereiht auf Stegen aus Gold oder Silber genietet. So entstehen barockartige Ornamente, die getragen an gehäkelte Spitzenbesätze erinnern. Der Titel der Kette „Dentelles de Lapin“ spielt mit den französischen Wörtern für Zahn „la dent“ und für gehäkelte Spitzen „les dentelles“. Die Broschen heissen „Brochettes de Lapin“, was einerseits kleine Brosche bedeutet, aber gleichzeitig auch Kaninchenspiesschen.

Dossier "Das Jagdessen"

 

Das Jagdessen
2007

Projektidee und Leitung: Natalie Luder, Zürich
Schmuck: Natalie Luder, Zürich
Regie Film “Das Jagdessen”: Nora De Baan, Zürich

Die Inszenierung dieser Schmuckstücke aus Kaninchenzähnen im Rahmen eines barocken Festessens, das die tatsächliche Einverleibung der 125 Kaninchen vorsah, sollte verschiedene Kunstformen zusammenführen und sich zu einem Gesamtkunstwerk verdichten.
Über die Website www.jagdessen.ch konnte man sich anmelden, indem man virtuell ein Kaninchen erschoss. Es gab insgesamt 125 Plätze. Ausgehend von den 125 Kaninchen, die ihre Zähne für meine Arbeit hergeben mussten, suchte ich nach 125 verschiedenen Kaninchenrezepten, die von gut 15 Köchen zubereitet wurden.
Die Filmschaffende Nora de Baan hat den Abend mit der Kamera begleitet und der daraus entstandene Kurzfilm erzählt, fiktiv erweitert, die Jagdgeschichte dieses Abends, während die Schmuckstücke aus Kaninchenzähnen als Trophäen von diesem einmaligen Ereignis zeugen.

Menu "Das Jagdessen"

Sugarpearls United
2005

Durch die Technik des Zuckerblasens kann man Zuckerkugeln in der Grösse eines Fussballs anfertigen. Die Oberfläche des so behandelten Zuckers hat einen irisierenden Glanz und erinnert an den Lüster einer Perle.
Ich lud 22 Frauen zu einem von Fussballbildern inspirierten Gruppenbild ein. Jede hatte im kleinen Schwarzen zu erscheinen, ganz nach dem Vorbild von Audrey Hepburn in „Breakfast at Tiffanys“.
Die Perle gilt als Sinnbild der Vollkommenheit und Reinheit und ist der Inbegriff der Weiblichkeit. Indem ich jeder Frau eine Perle zugeordnet habe und somit gleichsetzte, entstand durch das Zusammenfügen aller Beteiligten zu einem Gruppenbild die Idee einer Perlenkette.

A Manger Des Yeux
2003

Ausgehend von den Schauessen des Barock und deren Tischaufsätze habe ich „Tischschmuck“ im wahrsten Sinne des Wortes angefertigt. Die überdimensionierten Broschen schmücken den Gastgeber als Trophäen.

Dossier "A Manger des Yeux"

 

 

Tischlandschaft
2002

Wer kennt es nicht, das Seelein am Fusse des Kartoffelstocks. In der Alltagssprache vergleicht man oft servierte Speisen mit Bergen oder Seen, umgekehrt spricht man von einer mit glitzerndem Neuschnee überzuckerten Landschaft.
So werden Löffel mit Landschaften bestickt, Berge zum Anbeissen geformt und eine Servierplatte so verändert, dass sie beim Hochheben zu einer Hügellandschaft wird.
Guten Appetit!

 

Solitaire
2002

Der klassische Verlobungsring ist ein einzeln gefasster Diamant. Der König der Edelsteine steht für Luxus und Macht, aber auch für Unendlichkeit. Durch die Änderung des Massstabs sind bei meinem Objekt die Rollen vertauscht. Anstatt sich mit dem Diamanten zu schmücken, nimmt man dessen Platz ein.